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Unter dem Dom
Eine Grabung unter fast dem ganzen Dom
Unter dem Kölner Dom erstrecken sich rund 4.000 Quadratmeter Ausgrabungen, die fast den gesamten heutigen Kirchenboden unterfangen. Gegraben wird seit 1946. Das Domkapitel zählt die Domgrabung zu den umfangreichsten Kirchengrabungen in Deutschland.1
So sieht man sie: nur mit einer angemeldeten Sonderführung „Ausgrabung“ des DOMFORUMs. Ein zusätzliches Besichtigungsticket braucht man dafür laut Buchungsseite der Führung nicht (Stand 17.10.2026; alle Führungen unter Besondere Führungen). Die Grabung zählt das Domkapitel zu den Sonderbereichen; dort unterbleiben nach seinen Regeln Audio- und Videoaufnahmen.2,
Schicht 1: die römische Stadt
Der Dom steht auf einem römischen Stadtviertel: Unter ihm fanden sich Heizungsanlagen, Wandmalereien, Mosaike, Kanäle und Säulengänge. Teile der römischen Stadtmauer liegen unter dem Querhaus und der Sakristei.1
Ob schon zur Zeit des ersten bekannten Kölner Bischofs Maternus (erwähnt 313) eine Bischofskirche in einem römischen Wohnhaus an dieser Stelle lag, ist nach dem Domkapitel möglich, aber nicht beweisbar.5
Schicht 2: die fränkische Kirche
Spätestens ab dem frühen 6. Jahrhundert stand an der Stelle des Doms eine große Kirchenanlage – ihr Taufbecken aus der Zeit um 500 ist noch an seinem ursprünglichen Ort erhalten. Das achteckige Becken östlich des Domchores zählt zu den ältesten Zeugnissen des Christentums im Rheinland.5,
Unter dem Chor wurden Gräber der fränkischen Zeit gefunden, darunter das einer jungen Frau und das eines kleinen Jungen. Die Beigaben waren ungewöhnlich reich; sie sind heute in der Domschatzkammer ausgestellt. Da Bestattungen innerhalb der römischen Stadtmauer normalerweise verboten waren, ergeben sie nach dem Domkapitel nur in der Nähe einer Kirche Sinn.1,
Schicht 3: der Alte Dom
Vor dem gotischen Dom stand hier eine gewaltige karolingische Kirche, der Alte Dom – errichtet um 800, geweiht 873. Er war nach Angaben des Domkapitels etwa 100 Meter lang; seine Westapsis mit rund 12 Metern Durchmesser liegt heute unter dem gotischen Langhaus. Eine Abbildung des Alten Doms um 1025 überliefert der Hillinus-Codex.5,
In diesen Bau kamen 1164 die Reliquien der Heiligen Drei Könige aus Mailand – sie machten Köln zu einem der wichtigsten Pilgerorte Europas.5
Das Ende kam 1248: Bei vorbereitenden Abrissarbeiten am alten Chor brach ein Feuer aus und beschädigte den Alten Dom. Im selben Jahr, am 15. August, wurde der Grundstein für den gotischen Neubau gelegt.8 Auch ein verehrtes Marienbild aus Mailand ging nach Angaben des Domkapitels beim Brand verloren; die heutige Mailänder Madonna ersetzte es wohl.9
Schicht 4: die gotischen Fundamente
Einzelne Pfeilerfundamente des gotischen Doms reichen bis zu 16 Meter tief. In der Grabung lässt sich ablesen, in welcher Reihenfolge gebaut wurde. Dort steht auch das provisorische Westportal des unvollendeten gotischen Doms – unterirdisch nahe seinem ursprünglichen Ort wieder aufgebaut.1
Nebenan: das römische Köln im Museum
Das Römisch-Germanische Museum am Roncalliplatz wird saniert. Laut Stadt Köln (31. August 2026) hat das Generalunternehmen die Arbeiten im Gebäude begonnen; die Sanierung soll im dritten Quartal 2030 fertig sein, danach kann das Museum am Roncalliplatz wieder öffnen.10 Das Museum selbst schreibt (Stand 4.11.2026): „Das Museum am Roncalliplatz ist wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.“ Seine Ausstellung zeigt es im Belgischen Haus an der Cäcilienstraße.11
Die Domgrabung sieht man mit der Ausgrabungsführung des DOMFORUMs (ca. 90 Minuten, ab 16 Jahren)3 – mehr unter Den Dom erkunden; weitere Ziele in Gehweite unter Rund um den Dom.
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